Das Wunder von Eichel

Was Hermine is, die is nu endlich so n Altnklub beigetreten is sie, nech, also, wurde ja nu auch langsam Zeit mit ihre 90 Jahre, nech, is klar.

Nu macht so n Altnklub immer ma wieder n Ausfluch, nech, also nich so n richtign Urlaub, man bloß ein'n Tach, morgns los und abnds wieder in n eigenen Bett. Ich mein, das geht ja auch nich, kanns doch mit 90 nich mehr in fremde Bettn steign, was solln die Leute denn wohl denkn.

War sie in Berlin hat sich n büschn abgesetzt von e Gruppe uns is über n Markt, nich weit von n Bundestach wech. Gabs auch n Eierstand mit e Marktfrau dahinter, und die hat auch immer gesaacht, dass die Eier ganz frisch sind, nech, und roh sind sie auch.

Und denn is Hans Eichel gekomm'n, hat Hermine genau erkannt, Also Hans Eichel nich Hermine, sondern Hermine Hans Eichel, is klar, nech, und der hat zu die Marktfrau gesaacht, dass er so n rohes Ei in seine Hosntasche gar kochn kann. Hat die Marktfrau gesaacht: "Dass will ich sehn."

Hermine hat mir das so erzählt, so is das, könnt ihr mir glaubm.

Hans Eichel steckt also n rohes Ei in e Tasche und guckt auf e Uhr. Dauert so was bei 5 Minutn, denn zieht er das Ei wieder raus, pellt das ab und zeicht das in e Runde, nech. War übrigns das erste Ma, dass Hans Eichel Applaus gekricht hat, für das, was er gemacht hat, aber egal, da um geht das hier nich.

Hermine hat ihn denn angeschnackt und hat gefraacht, wie das denn geht, "so was is doch n Wunder is das doch," hat sie zu ihn gesaacht.

Oooch, und denn hat Hermine von Hans Eichel geschwärmt, wie der sie freundlich angelächelt hat, nech, und denn hat er gesaacht, dass sowas doch überhaupt kein Problem nich is, n Ei abzukochn. "Für Leute, die das auf e Reihe kriegn, n ganzes Volk abzukochn, ..."

"Ach," hat Hermine gesaacht, "denn könn'n das auch Annere?" "Gewiss," gute Frau, hat der Eichel gelächelt, "das könn'n wir alle, bloß bei Gerhard, da hat das nich gleich geklappt, der musste den Hartz bittn, dass der ihn das beibringt, aber nu is er perfekt."

Nu kommt Hermine ihr politischer Intellekt ins Spiel. "Ja," saacht sie, "ihr in e Regierung, da mach das ja einfach sein, und wie is das mit e Opposition?"

Hat der Eichel frech gegrinst: "Den Trick hat Stoiber aufm Viktualienmarkt auch all bereits gezeicht."

"Aber der Stoiber," hat Hermine gesaacht, "der ist doch nich die ganze Opposition." "Weiß ich," hat Eichel gesaacht, "was glaubm Sie wohl, wie Stoiber und Merkel damals an n Starnberger See ihr Frühstücksei zubereitet habm?"

"Ach so," hat Hermine gesaacht, "die kochn auch mit links ab, was?" "Klar," hat Eichel gesaacht, "das könn'n die Linkn und die Rechtn."

"Geht das noch Ma?", wollte Hermine wissn. "Aber sicher." Und denn hat Eichel noch n Ei in seine Hosntasche abgekocht. "Nur einer," hat er dabei erzählt, "der Friedrich Merz, der hat das verkehrt gemacht, der hat sich in e Nesseln gesetzt."

"Das hat doch nix mit Eier zu tun," hat Hermine gesaacht. "Doch," hat Eichel gelacht, "wer sich mit n nacktn Hintern in e Nesseln setzt, bei den werdn die Eier auch heiß, aber gar werden sie nich."

"Kann ich als Frau nich von mitredn," hat Hermine gesaacht, "aber irgendwie hab ich den Eindruck, dass man nich bloß der Merz seine Eier nich gar kricht, in e Union wird nu ohne ihn überhaupt nix mehr gar."

"Das liecht an Frau Merkel," hat Eichel ihr erklärt, wenn du abkochn wills, denn musst du abgebrüht sein, aber die Merkel, die versucht das nu mit Brütn." "Ach so, "saacht Hermine, "denn is sie sowas wie die Glucke von e CDU."

"Kann man sagn, aber, gute Frau, habm sie wirklich geglaubt, dass ich Eier in meine Hosntasche abkochn kann?" "Na ja," hat Hermine gesaacht, "kam mir n büschn merkwürdich vor, aber wer das mit n Volk fertich kricht."

"Nee," hat Eichel zugegeben, "da is n Trick bei, ich hab immer n paar gekochte Eier in e Tasche, denn steck ich n rohes rein und zieh n gekochtes raus."

"Und bei n Volk?", hat Hermine gefraacht.

"Da brauch ich kein'n Trick, aber Eier sind nu ma nich so dumm."