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Gesundheitsreform |
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Zwei Sketche von Dieter Perlowski (März 2000) |
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Teil 1 |
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Wartezimmer mit mindestens vier Stühlen, alle Stühle sind mit wartenden Patienten besetzt. Außer den beiden agierenden Patientinnen sollten alle anderen Darsteller männlich sein. Patientin1 trägt leichte Sportkleidung, Patient1 trägt Hemd und Hose, die Bekleidung der übrigen Patienten ist ohne Bedeutung. Der Arzt erscheint im abgerissenen weißen Kittel, er trägt einen Koffer, den er irgendwo abstellt. |
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Arzt: |
Der Nächste bitte, (Patientin1 erhebt sich) was kann ich für Sie tun? |
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Patientin1: |
Ich habe einen Termin für eine Ultraschalluntersuchung. |
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Arzt: |
Das ist nicht möglich. |
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Patientin1: |
Doch, ich habe doch gestern bei Ihnen angerufen. Und da haben Sie mir gesagt, dass ich in leichter Sportbekleidung zu erscheinen habe. Es war ganz schön kalt auf dem Weg zu Ihnen. |
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Arzt: |
Tja, diese kleinen Unannehmlichkeiten, aber ich habe einfach keine Zeit, bei jedem Patienten zu warten, bis der sich endlich ausgezogen hat. |
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Patientin1: |
Und was ist nun mit der Ultraschalluntersuchung? |
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Arzt: |
Ein Missverständnis, Sie haben bei mir einen Termin für eine Schalluntersuchung. Wer kann sich denn heutzutage noch ein Ultraschallgerät leisten? |
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Patientin1: |
Schalluntersuchung? Wie geht das denn? |
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Arzt: |
Stellen Sie sich mal ganz locker hin, lassen Sie die Arme hängen, Sie dürfen die Bauchdecke bitte nicht anspannen. Schließen Sie die Augen. So ist es gut, nun ruhig atmen. (er stützt die Patientin1 mit der einen Hand im Rücken ab und drückt ihr den spitzen Fingern der anderen Hand kräftig in den Unterbauch, etwa da, wo der Blinddarm sitzt) |
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Patientin1: |
Aua! |
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(Ein weiterer Patient tritt auf und besetzt den freien Stuhl) |
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Arzt: |
Der Blinddarm ist in Ordnung. |
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Patientin1: |
Woran haben Sie das denn so schnell erkannt? |
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Arzt: |
Am Schall. |
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Patientin1: |
Am Schall? |
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Arzt: |
Ja, am Schall, der Ihrem Munde entfleucht. Sie haben "Aua" gesagt, das ist in Ordnung. Hätten Sie geschrien, wäre der Blinddarm entzündet, und hätten Sie lustvoll gestöhnt, wären Sie Masochistin. |
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Patientin1: |
Und wenn ich nicht reagiert hätte? |
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Arzt: |
Dann wären Sie tot. Soll ich noch Ihre Brust abtasten? |
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Patientin1: |
Wie wäre es mit Mammographie? |
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Arzt: |
Ich sagte Ihnen bereits, dass ich mir keine Gerätemedizin mehr leisten kann. Ich bin gezwungen, auch hier mit der Schallmethode zu arbeiten. |
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Patientin1: |
(hält ihre Hände schützend vor die Brust) Sie sind ein Sadist! |
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Arzt: |
(lächelnd) Tja, die Gesundheitsreform. Aber wenn Sie sich meinen kundigen Händen nicht weiter anvertrauen wollen!? Auf Wiedersehen. |
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Patientin1: |
Wohl nicht! (ab) |
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Arzt: |
Der Nächste bitte, (Patient1 erhebt sich) was kann ich für Sie tun? |
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Patient1: |
Ich habe hier ein Furunkel, hier hinten am Rücken. (zeigt hin) |
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Arzt: |
Ziehen Sie mal Ihr Hemd hoch. |
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Patient1: |
(tut es. Der Rücken ist vom Publikum abgewandt) Sehen Sie? |
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Arzt: |
Ah ja, das haben wir gleich. (Öffnet einen Koffer mit Kochutensilien, nimmt ein großes Kochmesser) |
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Patient1: |
Sie wollen doch nicht etwa mit dem Messer ... ? |
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Arzt: |
Hören Sie, ich bin Hobbykoch, glauben Sie, ich kann mir die teure Kochausstattung und zusätzlich noch ein Chirurgenbesteck leisten? Beugen Sie sich bitte etwas vor. (macht sich am Rücken des Patienten zu schaffen) |
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Patient1: |
Moment, Moment, Moment, kriege ich denn keine Spritze? |
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Arzt: |
Örtliche Betäubung gibt es nur noch für Privatpatienten, wollen Sie einen Knebel? |
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Patient1: |
Äh, ich weiß nicht, nein, lieber nicht. |
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Arzt: |
Gut, schreien Sie aber bitte nicht, das würde meine anderen Patienten ängstigen. (macht sich wieder am Rücken des Patienten zu schaffen, zur Patientin2) Würden Sie mir bitte mal assistieren? |
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Patientin2: |
(schreckt auf) Wer? Ich? |
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Arzt: |
Ja, bitte, meine Mädchen musste ich leider entlassen. |
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Patientin2: |
Na gut. (stellt sich neben den Arzt) |
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(Ein weiterer Patient tritt auf und besetzt den freien Stuhl) |
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Arzt: |
(gibt ihr ein nicht ganz sauberes Handtuch) Passen Sie bitte auf, dass ihm kein Blut in die Hose läuft. |
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(Arzt und Patientin2 hantieren nun gemeinsam heftig mit Messer und Handtuch am Rücken des Patienten, der sein Hemd selbst hoch halten muss und dem man die Schmerzen deutlich ansieht, er stöhnt laut.) |
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Arzt: |
So, das war das, jetzt noch die Naht. |
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Patientin2: |
Mir wird schlecht. (sinkt zu Boden) |
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Arzt: |
(zu Patient1) Halten Sie das Handtuch mal selbst. (kramt in seinem Koffer, findet nicht, was er sucht, zur Patientin2) Haben Sie zufällig Nähzeug dabei? |
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Patientin2: |
(froh, sich abwenden zu können) Ja. (Geht an ihren Platz, nimmt das Nähzeug aus ihrer Handtasche, gibt es dem Arzt, bleibt aber auf ihren Stuhl sitzen) |
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Arzt: |
Danke. (hantiert mit dem Nähzeug am Patienten) So, fertig, sie können sich anziehen. |
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Patient1: |
(seufzt erleichtert auf) Danke, Herr Doktor. (ab) |
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Arzt: |
Der Nächste bitte, (Patientin2 steht auf) was kann ich für Sie tun? |
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(Ein weiterer Patient tritt auf und besetzt den freien Stuhl) |
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Patientin2: |
(verlegen) Nun, äh, Herr Doktor, es ist mehr etwas, das Frauen betrifft. |
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Arzt: |
So, nun gut, dann wollen wir mal. |
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Patientin2: |
Eigentlich wollte ich nur eine Überweisung. |
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Arzt: |
Sind Sie Privatpatientin? |
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Patientin2: |
Nein, AOK |
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Arzt: |
Dann vergessen Sie’s. (zu zwei wartenden Patienten) Meine Herren, stehen Sie bitte auf, ich brauche Ihre Stühle. (Er stellt drei Stühle im Dreieck mit allen Sitzflächen in die selbe Richtung auf. Zur Patientin2) Setzen Sie sich bitte auf den gynäkologischen Stuhl. |
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Patientin2: |
Wo rauf bitte? |
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Arzt: |
Sie waren nach in Kraft treten der Gesundheitsreform noch nicht wieder beim Arzt, wie? So geht das. (Er setzt sich auf einen Stuhl und legt die Beine über die Lehnen der anderen, steht wieder auf) Nun Sie! |
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Patientin2: |
Sie wollen doch nicht etwa die Behandlung vor den Augen der anderen Patienten durchführen? |
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Arzt: |
Wollen Sie mir vielleicht die Miete für ein Wartezimmer bezahlen? Setzen! |
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Patientin2: |
Herr Doktor, bitte. |
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Arzt: |
(zu den wartenden Patienten) Meine Herren, wenden Sie sich bitte ab. (zur Patientin2) Nun geht’s, setzen! |
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Patientin2: |
(setzt sich wie es der Arzt vorgemacht hat) Unter Protest, Herr Doktor. |
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Arzt: |
Hauptsache, Sie sitzen. Wo drückt der Schuh? |
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P |
Es geht um einen Schwangerschaftsabbruch. |
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Arzt: |
Gut, dann geben Sie mir bitte den Beratungsschein |
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Patientin2: |
Ich habe keinen, den hat die Kirche eingespart. |
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Blackout |
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Teil 2 |
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Wartezimmer mit mindestens vier Stühlen, alle Stühle sind mit wartenden Patienten besetzt. Wenn das Licht an geht, ist der Arzt gerade mit der eigentlichen Untersucung von Patient1 fertig. |
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Arzt: |
Tja, mein Lieber, das ist ein klassischer Leistenbruch. Über kurz oder lang werden wir da zum Messer greifen müssen. |
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Patient2: |
Sie meinen, ich sollte einen Klinikaufenthalt einplanen? |
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Arzt: |
Das war mal. Wissen Sie, laut Gesundheitsreform ist ein Leistenbruch ja nicht direkt eine Krankheit. Bei Männern könnte man sogar von einem Geburtsfehler sprechen. |
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Patient2: |
Ach was? Frauen brechen sich ihre Leiste nicht? |
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Arzt: |
Sehr selten. Und es ist ja auch eigentlich kein Bruch, eher ein Durchbruch, nicht wahr, eine Darmschlinge durchbricht Ihre Bauchdecke |
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Patient2: |
Sind denn die weiblichen Bauchdecken stabiler? |
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Arzt: |
Nein, aber sie sind nicht perforiert wie die männlichen, in denen die Natur zwei Löcher gelassen hat. |
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Patient2: |
Das ist ja dumm. |
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Arzt: |
Na ja, so dumm auch wieder nicht, da gehen die Samenleiter durch. Ohne Löcher hätten Sie keinen Leistenbruch aber auch keine Kinder, soll ich Sie gleich heute operieren? |
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Patient2: |
Heute schon? Geht denn das so schnell? |
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Arzt: |
Kein Problem, Ich bereite jetzt die Lokalanästhesie vor, und nach Ende meiner Sprechstunde werde ich den kleinen Schaden eben beheben |
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Patient2: |
Lokalanästhesie? |
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Arzt: |
Ja, Sie gehen bitte gegenüber in die Gaststätte und saufen Sie sich zu. |
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Patient2: |
Ich dachte, Lokalanästhesie sei eine ortliche Betäubung. |
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Arzt: |
War es früher auch, aber wir sind froh, dass wir nach der Gesundheitsreform wenigsten den Begriff noch verwenden können. Sie gehen dann nun bitte in das Lokal und anästhesieren sich. |
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Patient2: |
Gut Herr Doktor. (ab) |
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Arzt: |
Der Nächste bitte, (Patientin3 steht auf) was kann ich für Sie tun? |
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Patientin3: |
(verlegen) Sagen Sie, Herr Doktor, ist ein Leistenbruch bei Frauen wirklich so selten?. |
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Arzt: |
Ja, ziemlich selten, ich glaube nicht, dass Sie sich einen solchen zugezogen haben. |
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Patientin3: |
Gott sei Dank, dann brauche ich ja keine Lokalanästhesie. |
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Arzt: |
Das will ich nicht sagen, die Lokalanästhesie ist das Herbeiführen eines Deliriums aus medizinischen Gründen auf Kosten das Patienten in einem Lokal nach Wahl des Arztes mit Getränken nach Wahl des Gast... äh, Patienten. Die Lokalanästhesie wird inzwischen bei fast allen größeren ambulanten Operationen angewendet. |
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Patientin3: |
Vielleicht habe ich aber ja doch so einen seltenen Leistenbruch. Sollte ich dann auch gleich in die Kneipe drüben ... |
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Arzt: |
Das geht heute nicht, so oder so. |
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Patientin3: |
Ja, aber für den Herrn eben haben Sie es doch auch möglich gemacht. |
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Arzt: |
Eben drum, der Wirt drüben hat nämlich nur einen Billiardtisch. |
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Patientin3: |
Sie wollen doch nicht etwa die Operation vor den Augen der Gäste auf einem Billiardtisch durchführen? |
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Arzt: |
Was bleibt mir übrig, Kliniken und moderne Operationssäle sind nur noch für die wirklich schweren Fälle |
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Patientin3: |
Wie schwer muss so ein Fall denn sein, dass er ins Krankenhaus darf? |
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Arzt: |
Über einhundertfünfzig Kilo, dafür ist der Billiardtisch nicht stabil genug. Sie haben also auch so eine Aufwölbung der Bauchdecke rechts etwas oberhalb des Schambeines? |
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Patientin3: |
Nein, da nicht, genau in der Mitte zwischen Schambein und Nabel. |
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Arzt: |
Dann sind Sie schwanger, das ist nicht weiter schlimm. |
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Patientin3: |
Schwanger? Aber wieso? |
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Arzt: |
Unter anderem deshalb, weil die Männer Löcher in der Bauchdecke haben. |
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Patientin3: |
(sehr nachdenklich) Die Löcher der Männer in der Bauchdecke. |
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Arzt: |
Richtig, durch die die Samenleiter geführt sind. Sonst könnten die Samenzellen nicht von der Produktionsstätte in Ihre Gebärmutter gelangen. |
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Patientin3: |
Gut, dann bin ich eben schwanger, und wie geht es nun weiter? |
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Arzt: |
Haben Sie eine Hebamme in der Familie? |
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Patientin3: |
Nein. |
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Arzt: |
Einen Geburtshelfer? Eine Krankenschwester? Krankenpfleger? |
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Patientin3: |
In der Familie? Nein. |
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Arzt: |
Wenigstens einen Zivildienstleistenden? |
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Patientin3: |
Auch nicht, aber einen Professor am Institut für Gynäkologie |
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Arzt: |
Einen Professor? Den können Sie sich gar nicht leisten. |
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Patientin3: |
Aber er ist mein Onkel! |
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Arzt: |
Und warum sind Sie dann bei mir? |
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Patientin3: |
Ich wusste doch nicht, dass es eine Schwangerschaft ist, ich dachte, ich wäre krank. |
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Arzt: |
Ich wollte nicht die Begründung, ich wollte den Grund. Unbegründete Arztbesuche sind asozial, sie kosten Geld und belasten die Krankenkassen und damit die Beitragszahler. |
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Patientin3: |
Sie brauchen meinen Besuch ja nicht abzurechnen, dann würde ... |
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Arzt: |
Darauf würde nicht einmal Ihr Herr Onkel verzichten |
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Patientin3: |
Der würde mit der Kasse abrechnen? |
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Arzt: |
Muss er doch, oder würden Sie ihm seine Auslagen bar auf die Kralle geben? |
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Patientin3: |
Nee, die würde ich ja von der AOK nicht ersetzt kriegen. |
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Arzt: |
Sehen Sie, und das Selbe denken auch alle anderen Patienten, und deshalb gibt es unter Medizienern keine Schwarzarbeit. |
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Blackout |